Masterpreis: Fakultät für Architektur der TH Köln zeichnet Abschlussarbeiten aus

Masterpreis: Fakultät für Architektur der TH Köln zeichnet Abschlussarbeiten aus

Ein Besu­cherzentrum und ein Vulkanmuseum im Norden Islands, eine Neukonzeptionierung einer Schule in Indonesien, ein innovatives Logistikzent­rum sowie ein städtebauliches Konzept zum Thema „Produktive Stadt“ – für diese in ihren Abschlussarbeiten dargelegten Konzepte haben vier Studierende den Masterpreis der Fakultät für Architektur der TH Köln erhalten. Die „Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen“ fördert die Preise mit insgesamt 3.000 Euro. 

Nina Kuka überzeugt mit ihrem Entwurf für ein Besu­cherzentrum und ein Vulkanmuseum in den Dimmuborgir-Lavafeldern Islands. Die Gesteinsformati­on gilt als Ursprung zahlreicher isländischer Mythen. Das Besucherzentrum hat Kuka mit einer Schiefer-Fassade geplant. Der Entwurfsansatz für das Vulkanmuseum befindet sich in Teilen unterirdisch in einer künstlich geschaffenen Spalte. Gleich den brüchigen Platten der auseinan­derdriftenden Erdkruste liegt es in der Spalte und ragt daraus empor. Das Beleuchtungskonzept unterstützt die Thematik einer vulkanisch aktiven Spalte.

Planausschnitte zum Besu­cherzentrums und eines Vulkanmuseums von Nina Kuka

„Beeindruckt hat die Jury, wie einerseits das Besucherzentrum Schutz und Ausblick in die Landschaft bietet, während das Vulkanmuseum Sprunga andererseits das Thema der Spalte selbstverständlich in Architektur übersetzt. Zudem überzeugt die Masterthesis durch Materialwahl, Energiekonzept und das tiefe Auseinandersetzen mit der Aufgabe“, sagt Architekt Caspar Schmitz-Morkramer. Nina Kukas Arbeit wird mit 1.000 Euro ausgezeichnet.

In Analogie zur traditionellen Architekturtypologie Indonesiens und zur regionalen Bautradition, konzipiert Cindy Guchi eine Schulanlage in einer wirtschaftlich schwachen Region auf der Insel Sumba. Ihre Entwürfe sind dabei angepasst an die regionalen baulichen Möglichkeiten und kli­matischen Anforderungen. Für den Bau sollen lokale Materialien wie beispielsweise Bambus verwendet werden. Die nachhaltige Regenwasser- und Tageslichtnut­zung, ein natürliches Belüftungssystem sowie die Erdbebenbeständig­keit stehen im Fokus. „Das Projekt zeigt eine hohe Sensibilität im Umgang mit ressourcensparendem Bauen und erfüllt die soziologische Aufgabe, die an die Architektur gestellt wird“, betont Jurymitglied Dr. Thomas Werner, Stadtkonservator Köln. Die Masterarbeit wird mit 1.000 Euro prämiert.

Bau einer lokalen Schule in Sumba von Cindy Guchi

Nils Michaelis und Marc Rieser erhalten für die Konzepte in ihren Abschlussarbeiten jeweils 500 Euro. Michaelis beschäftigt sich mit der Neugestaltung der Marke „G. Wurm“ eines Großhandels für Deko- und Geschenkartikel sowie mit einem Entwurf mit dem Projektnamen „The Hash“, der Idee eines modernen und innovativen Logistikzent­rums. Rieser setzt sich mit vier Standorten im Bergischen Land auseinander, die durch ihre unterschiedlichen Ausgangslagen den Umgang mit der Thematik der „Produktiven Stadt“ im Kontext von regionalen Entwicklungen und globaler Megatrends darstellen.

Die Fakultät für Architektur der TH Köln zeichnet zum vierten Mal die besten Abschlussarbeiten mit einem Masterpreis aus. Die Jurymitglieder sind: Prof. Christl Drey, Vorständin Haus der Architektur Köln, Aysin Ipecki, Architektin Bund Deutscher Architekten, Dr. Thomas Werner, Stadtkonservator Köln, sowie Caspar Schmitz-Morkramer, Architekt. Christine Drenker von Stadt- und Raumplanung GmbH hat die digitale Jurysitzung moderiert. „Wir bedanken uns bei den Juroren und allen Studierenden, die mit der digitalen Jurysitzung und dieser real-digitalen Ausstellung neue Wege gegangen sind. So können wir trotz Corona-Einschränkungen die gelungenen Masterarbeiten dem Publikum präsentieren“, so Markus Schmale, Dipl.-Ing. Architekt BDA und Vorstand der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen. Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger sowie alle weiteren Masterprojekte der Fakultät können in einem digitalen Rundgang im Forum der Stiftung angesehen werden. Ein Besuch der Ausstellung ist Einzelpersonen nach Onlineanmeldung und unter strikter Einhaltung der Corona-Verordnungen möglich.

Verkündung der Preisträger

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Die Preisträger*iNnen im Überblick

1.000 € MASTERPREIS
NINA KUKA
Titel der Arbeit:  Dimmu Hellir & Sprunga
Prüfer*innen: Prof. Eva-Maria Pape, Harald Kees




1.000 € MASTERPREIS
CINDY GUCHI
Titel der Arbeit: Bau einer lokalen Schule auf Sumba – Transformation der vernakularen Architektur zur Anpassung an die heutigen Bedingungen im sozialen und ökologischen Bereich
Prüferer*innen: Prof. Eva-Maria Pape, Prof. Carola Wiese




500 € MASTERPREIS
NILS MICHAELIS
Titel der Arbeit: Corporate Architecture als Unterstüztung von Generationenwechsel | Rebranding und Planung der neuen Firmenzentrale des Unternehmens „G.Wurm GmbH & Co. KG“
Prüfer*innen: Prof. Jochen Siegemund, Prof. Dr. Nadine Zinser-Junghanns



500 € MASTERPREIS
MARC RIESER
Titel der Arbeit: Produktive Stadt
Prüfer*innen: Prof. Kathrin Volk, Prof.Bernd Berghoff