Ausstellung widmet sich den räumlichen Dimensionen von Wohnungslosigkeit
Wohnungslosigkeit ist weit mehr als eine soziale Herausforderung. Sie wirft Fragen nach dem Zugang zu Wohnraum, nach öffentlichem Raum und nach gesellschaftlicher Teilhabe auf. Architektur und Stadtplanung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie Politik und Gesellschaft.
Mit der Ausstellung „Leben unter demselben Himmel“ präsentieren Studierende der Fakultät für Architektur der TH Köln vom 5. bis 9. August 2026 die Ergebnisse eines interdisziplinären Semesters, das sich mit den räumlichen und gesellschaftlichen Dimensionen von Wohnungslosigkeit beschäftigt hat. Die Ausstellung findet an zwei Orten in Köln statt und macht deutlich, wie unterschiedlich sich ein gemeinsames Thema betrachten lässt.
Zwei Ausstellungen, zwei Perspektiven
Im Forum der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen stehen architektonische Fragestellungen im Mittelpunkt. Gezeigt werden Entwürfe temporärer Notunterkünfte und Wohnangebote sowie eine Kartierung von Angeboten für wohnungslose Frauen in Köln. Die Arbeiten zeigen, wie Architektur auf akute Notlagen reagieren kann und welche Bedeutung räumliche Strukturen für gesellschaftliche Teilhabe besitzen.
Parallel dazu präsentiert der Projektraum Unser Ebertplatz e.V. künstlerische Interventionen zum Leben auf der Straße sowie textile Arbeiten, die Wohnungslosigkeit im öffentlichen Raum sichtbar machen. Zusammen ergeben beide Ausstellungsteile ein facettenreiches Bild eines Themas, das im Stadtbild oft übersehen wird.
Obdachlosigkeit in Köln sichtbar machen
Die Ausstellung ist aus mehreren miteinander verknüpften Seminaren entstanden. Den theoretischen Rahmen setzte Prof. Dr. Rainer Schützeichel mit seinem Seminar zu den Infrastrukturen der Obdachlosigkeit. Prof. Dr. Michel Müller entwickelte gemeinsam mit Studierenden Entwürfe temporärer Notunterkünfte, während Jan Lotter sowie Julia Stefanovici und Prof. Dr. Michel Müller künstlerische und textile Arbeiten begleiteten.
Mit ihrer Verbindung aus wissenschaftlicher Analyse, architektonischem Entwurf und künstlerischer Auseinandersetzung leistet die Ausstellung einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über Wohnungslosigkeit und lädt dazu ein, den Blick auf den urbanen Raum neu zu schärfen.
Vernissage und Ausstellungszeiten
Die gemeinsame Vernissage beginnt am Mittwoch, 5. August 2026, um 16 Uhr im Projektraum Unser Ebertplatz e.V. Anschließend verbindet ein Stadtspaziergang beide Ausstellungsorte und führt zur zweiten Vernissage im Forum der Stiftung um 18 Uhr.
Projektraum Unser Ebertplatz e.V.
Ebertplatzpassage, 50668 Köln
Ausstellung: 7. bis 9. August 2026, täglich 16 bis 20 Uhr
Finissage: Sonntag, 9. August 2026, 18 Uhr
Forum der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen
Venloer Straße 19, 50672 Köln
Ausstellung: 6. bis 9. August 2026, täglich 13 bis 17 Uhr
Finissage: Sonntag, 9. August 2026, 15 Uhr, mit Podiumsgespräch
