Im Rahmen seines Lehrauftrags an der Universität zu Köln hat unser Referent Felix Feldhofer am vergangenen Wochenende eine Exkursion nach Arnheim und Nimwegen geleitet. Besucht wurden mehrere Parkhäuser für Fahrräder, zahlreiche Brücken und ein Radschnellweg.
Bahnhof Arnhem Central mit integrierter Fahrradtiefgarage
Eines der Highlights stellte dabei der Bahnhof Arnhem Centraal mit seiner integrierten Tiefgarage für Fahrräder dar. Das Bauwerk wurde nach Entwurf von UNStudio / Ben van Berkel im Jahr 2015 fertiggestellt und zeichnet sich durch organische Formen und eine expressive Gestalt aus. Die Geschossebenen sind dabei zugunsten fließender Übergänge aufgelöst und in eine Spiralrampe überführt. Dabei bildet die zwei Geschosstiefen in den Untergrund reichende Tiefgarage die Fortsetzung einer Helix, die oberirdisch in die Bahnhofshalle übergeht. In einem reizvollen Spiel mit verspringenden Geländeniveaus, ist der Fahrradkeller mittels einer flachen Rampe vom Außenraum aus zu erreichen und bietet gleichzeitig kurze Verbindungen zur Bahnhofshalle. Für Zugreisende, die den Bahnhof per Fahrrad erreichen, ist der Vorgang des Parkens auf diese Weise zeitsparend und ohne Umwege zu absolvieren.

Besichtigung des Radschnellwegs „RijnWaalpad“
Die Exkursionsgruppe bewältigte die Distanz von rund 16 Kilometern zwischen Arnheim und Nimwegen per Fahrrad und besichtigte dabei aus dieser – dem Objekt angemessensten – Perspektive den RijnWaalpad. Dabei handelt es sich um einen der ersten Radschnellwege der Welt, der sich durch ein hohes Maß an dekorativen Elementen auszeichnet. So sind zwei der Unterführungen, durch die der RijnWaalpad führt, künstlerisch gestaltet – in einem Fall mittels einer interaktiven Lichtinstallation. Der Radschnellweg durchquert einen Landschaftspark und entlang der Strecke finden sich Skulpturen, die teils auf den Weg Bezug nehmen. Mit ‘t Groentje und dem Snelbinder führt der Weg schließlich auch über zwei markante Brücken, von denen letztere als seitliche Anfügung an eine Bestandsbrücke angehängt und zu einem Hochweg mit einer Gesamtlänge von rund zwei Kilometern Länge ergänzt wurde.
Letzter Stopp der Exkursion führt nach Nimwegen
Zum Abschluss der Exkursion wurden mehrere Brücken über die Waal in Nimwegen besichtigt. Wo in den vergangenen Jahrzehnten mit der Spoorbrug und der Waalbrug nur zwei Brücken über den Fluss führten, sind im neuen Jahrtausend zahlreiche neue Querungen entstanden. Anlass hierfür war der Neubau eines Stadtviertels auf der nördlichen Waalseite, sowie die Verbreiterung des Flusses um 300 Meter, die aus Gründen des Hochwasserschutzes vorgenommen wurde. Das vormalige nördliche Ufer wurde im Zuge dieser Transformation zu einer Insel. Die beiden Bestandsbrücken erhielten Verlängerungen, die in eleganter und zurückhaltender Form ausgeführt wurden. So verzichten sie auf Tragwerkselemente, die über das Niveau des Brückendecks aufragen, um in der Skyline nicht mit den Bögen der Bestandsbrücken in Konkurrenz zu treten. Zusätzlich wurde im Westen der Stadt mit der Brücke De Oversteek nach Entwurf von Laurent Ney eine weitere Brücke über die Waal errichtet. Die Insel, die einen naturnah gestalteten Park und nur wenige Wohnhäuser beherbergt, ist zu Fuß oder mit dem Rad über Treppen von den drei Waalbrücken aus erreichbar. Zusätzlich gibt es zwei kürzere Brücken, die die Insel von Norden her erschließen und von denen eine auch mit dem Auto befahrbar ist. Diese beiden Brücken sind insofern interessant, als dass sie nur geringe Verkehrsvolumina aufnehmen müssen und der von ihnen überquerte Seitenarm des Flusses auch nicht für die Schifffahrt genutzt wird. Die resultierenden Freiheiten nutzen sie spielerisch; mehr denn reine Transitstrecken sind sie Orte des Verweilens.
